Montag, 29. November 2010

Schnee, Kälte und die Versuche trotzdem viel zu unternehmen

Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?
Diese Frage stellt man sich hier nicht. Schnee liegt, soweit das Auge reicht und Neuschnee kommt immer wieder dazu. Klirrende und feuchte Kälte wechseln sich ab, bis zu -14°C war es schon. Und das alles erst seit der letzten Woche. Da helfen weder 3 Strumpfhosen, noch die getragene Jeans, ich sitze jetzt trotzdem mit geschwollenem Hals zu Hause und betreue ein krankes Kind.
Die Zeit vor dem Schnee war auch recht schön, ich hatte mein erstes eigenes Chrokonzert in Schweden. Trotz der Ungeplantheit und Unsicherheit hatte ich wirklich viel Spaß beim Singen und habe mich sehr über die für mich gekommenen Besucher gefreut und auch noch neue Bekanntschaften gemacht.
Am Samstag ging es dann in Harry Potter, der zweite Kinobesuch in Schweden war schon deutlich angenehmer als der erste, die Sitze waren breiter und es gab mehr Beinfreiheit.
Und man konnte sich angenehm in die Nachbarin krallen, wenn es gruselig wurde.
Danach hatte ich meinen ersten Weihnachtsmarkt zu besichtigen und im Cafe dann traurige Enden von Schwedenglück zu hören.
Am Sonntag ging es das erste Mal in die Stadt nach Weihnachtsgeschenken schauen, wieder über den Weihnachtsmarkt in den Chockladshoppen, in dem es die beste heiße Schokolade und die größten Kanelbullar gibt.
Danach habe ich noch ein wunderschönes, auf die freudenvolle Weihnachtszeit einstimmendes Konzert gehört. Messias von Händel, gesungen von einem wirklichen guten Chor und Solisten, die Kirche war brechend voll.
Dieses Wochenende war ich Freitag das erste Mal im Theater. Aniara, kein Stück, das ich empfehlen würde. Besonders viel verstanden haben wir auch nicht, allerdings gab es schöne Musik. Völlig erschöpft haben wir in der Pause das Theater verlassen, hatten aber immerhin 100 Minuten durchgehalten. Durch die Eiseskälte ging es nach Gamla Stan, wo wir den ersten Glögg des Jahres genossen haben. Leider bringt ein kleiner warmer Glühwein bei -9°C auch nicht mehr sonderlich viel und so sind wir schnell nach Hause in das warme Bett.
Am Samstag war Weihnachtsbasar in der deutschen Schule. Ein schöner Familienausflug samt Oma, doch es war mir viel zu voll und so bin ich mit ein paar Au pairs in das Nobelmuseum. Wir waren nicht wirklich in intellektueller Stimmung und so kann ich das Museum nicht sonderlich empfehlen, wenn man keine Führung mitmacht. Abends wurde es dann wieder gemütlicher mit Kochen und Film schauen bei Julia. Der Rückweg war bei Schnee und schlingerndem Bus aber doch etwas zu aufregend für die späte Stunde.
Sonntag ging es wieder früh los. Der erste Advent ist für die Schweden ein größerer Anlass als Weihnachten und da wir gehört hatten, dass die Königin jedes Jahr in die deutsche Kirche kommt, dachten wir das wäre eine gute Gelegenheit. Ausfallende Züge und durch Schneebehinderung nicht ganz so schnell mögliches Rennen versetzten uns ziemlich in Panik, dass wir nicht mehr in die Kirche hineinkämen- völlig umsonst. Eine halbe Stunde vor Beginn war die Kirche noch fast leer. Der Gottesdienst zog sich und eine Königin war nirgends zu entdecken. Vielleicht wegen dem Skandal? Wer weiß.
Danach zogen wir weiter zum Weihnachtsmarkt in Skansen. Wahnsinnig groß und teuer. Aber man konnte um den Weihnachtsbaum tanzen und alle möglichen Spezialitäten für Touristen begutachten.
Leider war es viel zu kalt, der Versuch das mit Glögg zu bekämpfen scheiterte und so fuhr ich früh nach Hause, um mich aufzuwärmen. Dort half ich dann beim Lussekatter backen und Chockladkola verpacken.
Die Adventszeit hat in vollen Zügen begonnen, ich mache mir nur etwas Sorgen um die Kälte.

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