Donnerstag, 19. August 2010

Hejhej

Hejhej från Sverige!
Jaha, ich hab jetzt die Tastatur umgestellt auf schwedisch, damit ich das å machen kann.
So, was gibt es zu berichten?
Ich werde völlig platt ins Wochenende gehen. Huihui, war das anstrengend.
Am Montag hat meine Gastmutter Maria wieder angefangen zu arbeiten und ich habe mit Marcus, Sara und Jacob einen Ausflug zum Karknästornet gemacht. Von dort aus konnte man ueber ganz Stockholm blicken. Ich hatte mir fest vorgenommen keine Höhenangst zu kriegen und es hat geklappt. Allerdings war die Aussichtsplattform auch sehr gut gesichert und man konnte nicht gerade am Turm runterschauen. Aber ja.
Maria ist am nächsten Morgen auf Geschäftsreise gefahren. Das heisst alleine mit Papa und Kindern. Am Dienstag sind wir nachmittags zur Fika bei Freunden gewesen, die auch jetzt ihr deutsches Au pair bekommen (das aber französisch spricht) im Gegenzug kommen sie morgen zu uns, wenn gutes Wetter ist grillen wir. Jedenfalls dort wurde gerade gebaut, die haben sich ihr Haus in ein Riesenhaus verwandeln lassen, wer Carlas kennt vegleichbar mit ihrem nur ein Stockwerk weniger, aber auch zwei Kinder weniger.
Wir haben wahnsinnig viel Film geschaut, unter anderem Lucky Luke auf schwedisch und da die Kinder dort nur schwedisch sprachen, hab ich bei ihnen meine ersten schwedischen Worte rausgelassen und mit der Mutter auf englisch geredet. Und dann gab es grossen Kaffeetisch. Ohne Kaffee ausnahmsweise, dafuer mit bappsuessen Saft. Ihr werdets nicht glauben.
Ich werde hier zur Kaffeetrinkerin. Ueber den Tag verteilt trinke ich ca. 3 Tassen. Nicht schlecht was? Und das ohne hibbelig zu werden. :D
Naja mitsamt fika habe ich an diesem Tag 11 Std am Stueck gearbeitet. Und am nächsten Tag auch. Da waren wir in Tom Tits. Das ist so ein Experimentierland fuer Kinder. Eigentlich ganz schön, aber auch sehr sehr anstrengend. Vor allem bei diesen Kindern.
Jacob ist anscheinend gerade in einer Trotzphase und zusätzlich noch ständig vollkommen ueberdreht. Das heisst er hört nicht, er schreit viel, ist wild und leider sehr suess.
Und Sara ist keine grosse Hilfe, sie lacht ueber jeden Quatsch, den er macht, was er natuerlich toll findet. Aber die beiden sind sehr geschwisterlich, das ist schön zu beobachten.
Ach ja, und gestern war mein erstes Babysitten. Das hiess, der Vater hat uns nach Tom Tits abgeladen, wir haben weiter gespielt, ich hab Essen gemacht, hab sie gebadet und ins Bett gebracht. Sie haben um halb 9 geschlafen, darauf war ich sehr stolz. Die Tage davor wars nämlich eher 10. Aber ich konnt nicht mehr und hab das ganze einfach abgekuerzt. Hat geklappt.
Ja und heute, heute war der erste "Alltag". Um viertel vor 6 aufstehen, um halb 7 Kinder wecken, um 7 losfahren, um 8 in Saras Schule sein, weiter zu Jacobs dagis. Und ich war um 10 wieder zu Hause. Um halb 11 wieder los, erstes deutsches Au pair, Jessica, treffen, mit der ich zusammen Volleyball spielen will, um 14Uhr weiter, Kinder abholen, um 16.15h zu Hause, anschreien lassen, auf Kinder aufpassen, Essen kochen (Brokkolisuppe, denn Donnerstag ist in Schweden Suppen und Pfannkuchentag), Kueche machen, Wäsche waschen, fertig. Und tadaaaa geschafft.
Morgen wirds etwas ruhiger, da soll ich zwar auch nochmal die Kinder zusammen mit dem Vater hinbringen, aber diesmal teilen wir uns auf, das heisst ich bringe Jacob in die dagis und darf dann wieder nach Hause, Haushalt machen, darf sie erst um halb 4, 4 abholen und muss nicht kochen, wiel wir ja grillen (bei gutem Wetter).
Schweden scheinen im allgemeinen positiv gesagt den Kindern mehr Freiheiten zu lassen, negativ gesagt sie weniger zu erziehen.
Heute in der Stadt sind mir unheimlich viele Leute aufgefallen, die deutsch geredet haben. Scheint wirklich sehr beliebt hier. Und es fällt auf, wenn die Verkäufer hejdå oder tack zum Abschied sagen :)
Und eigentlich brauchen Schweden nicht wirklich ein Au pair. Die Kinder können von 7 Uhr meist oder 7.30 bis sechs Uhr betreut werden in der dagis oder fritids in der Schule. Das System fuer Familien ist echt der Hammer.
Ich muss sagen, ich habe noch nicht viele Fotos gemacht, werde aber versuchen welche reinzustellen. Du bekommst Geld, Elternzeit und hast die Möglichkeit dein Kind mit einem Jahr abzugeben. Ueberall sind sie kinderfreundlich und familienfreundlich. Bei Tom Tits gabs zum Beispiel einen Riesenraum zum vespern mit Kletterwand fuer Kinder und Kueche mit Mikrowelle und Herd, obwohl sie ein Restaurant und ein Cafe besitzen. Mein Gastvater meinte, das gibt es in Stockholm in jedem Museum, damit die Familien, die nicht so viel Geld besitzten, dort essen können.
Sowieso ist Bildung auch sehr guenstig. Jeder Schwede bekommt so 200-300 Euro im Monat während dem Studium geschenkt! Und jeder bekommt zusätlich Bafög. Wahnsinn.
Herrlich. =)
Ich lerne jeden Tag neue Sachen. Und noch viel mehr.
Also dann, hejdå,
kram,
Sinja

1 Kommentar:

  1. wow.. du bist echt voll eingespannt und so wie es sich anhört auch bald schon ganz drinn in deinem alltag als treusorgendes au pair. ;)
    bei mir fängt das leider erst ab september an, wenn die kinder hier auch endlich wieder in die schule müssen.
    macht übrigens richtig spaß deine berichte zu lesen!
    viele grüße aus den USA
    hugs

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