Sonntag, 29. August 2010

Södermalm und Sonne

Wahnsinn! Schon über eine Woche nichts mehr geschrieben. Hm. Dann muss ich wirklich filtern ;)
Also letzten Freitag war ich das erste Mal in Stockholms Nachtleben unterwegs. Die befürchteten Hindernisse (nicht 23 Jahre alt, Freundin hatte Turnschuhe an) haben sich als unbegründet erwiesen. Lag wahrscheinlich daran, dass wir in Södermalm unterwegs waren und nicht in Östermalm. Ist ein riesen Unterschied. Östermalm ist hammer teuer, dort werden Frauen meistens nur mit 23 eingelassen (Männer mit 25), und das auch nur nach Kontrolle des Aussehens, nachts gibts öfters Polizeirazzien, wegen dem Alter und Kokain, und Södermalm..
Södermalm ist eher was für mich :D
Wir waren zu sechst in einer Bar, es gab dort aber auch ein Restaurant und eine Art Disco, und haben den ganzen Abend die Kerle bestaunt (allesamt wahnsinnig gut aussehend). Bis 11 war freier Eintritt und die Bar hat um 10 die ersten Drinks ausgegeben. Leider gabs keine Karte und auch keine Preisliste, deswegen sind eigentlich fast alle bei Bier gelandet. War auch teuer genug. 51 Kronen! Aber doch recht günstig für die Verhältnisse hier. Außerdem hatte das Bier bei mir eine Wirkung als hätte ich drei getrunken, also hat sich der Preis schon wieder gelohnt.
Am nächsten Tag waren wir dann in Södermalm unterwegs. Es ist bekannt für die verschiedensten Shoppingmöglichkeiten. Wir waren vor allem auf der Suche nach Secondhandshops, wovon es wirklich viele gab. Aber natürlich auch wieder H&M, verschiedenste kleine Designerläden, Monki, etc.
Als ich nach Hause kam hatte ich das Haus für mich. Meine Familie hat nämlich eine Bootstour gemacht und sich spontan entschieden auch zu übernachten. Also habe ich am Sonntag das ruhige Haus genossen und einen Spaziergang mit Christine zum ICA gemacht, unserem EInkaufsladen hier. Dort haben wir uns mit Kanelbullar versorgt, weil das Cafe geschlossen hatte und sind auf dem Rückweg auf Stuvstakällan gestoßen. (So eine Arte Restaurant, abends auch Livemusik.) Die Tür war offen also haben wir gefragt ob es möglich wäre Kaffee zu trinken. Die nette Kellnerin meinte, dass sie zwar nicht offen hätten, aber klar wir dürften uns setzten. Und so haben wir in dem etwas unaufgeräumten Raum Platz genommen, haben Kaffee mit Milch spendiert bekommen und waren wiedermal überglücklich hier in Schweden gelandet zu sein.
Man muss sagen bei dem Wetter, dass wir momentan dauernd haben, kann man sich auch wirklich gut vorstellen hier zu leben. Einfach herrlich. Klar gibt es immer mal wieder regen und es ist auch relativ kalt, aber die Sonne scheint so oft. Da müssen wir uns immer wieder sagen: Warten wir mal ab wies im November wird.
Am Abend kam die Familie mit einem kotzenden Jacob und einem erkälteten Marcus zurück. Montag und Dienstag blieben die beiden zu Hause, und ich war nur für Sara verantwortlich. War auch mal ganz schön sie alleine zu bringen und abzuholen, da hat man einfach mehr Aufmerksamkeit.
Leider habe ich mich ein wenig angesteckt, also bei Marcus, Jacob hatte anscheinend nur ein bisschen Seekrankheit und danach auch Husten, sodass ich mit ein bisschen Fieber und Erkältung die Morgende im Bett lag bevor ich dann Nachmittags die Kinder geholt hab.
Zum Glück ging es relativ schnell vorbei.
halt, stop!
Ich habe ja ganz vergessen von meinem Dienstagabend zu berichten!
Ich hatte ja das Glück, dass Marcus zu Hause war und so habe ich Sara früher abgeholt, weil ich um 18h en Vorsingen bei einem Chor der Kungsholmskyrkan hatte. Ich war sehr aufgeregt, einfach weil es auch das erste Mal war auch junge Schweden zu treffen und auch nur englisch zu reden. Das Vorsingen war problemlos, auch wenn meine Stimme schon leicht angekratzt war und die Begrüßungen der Schweden war recht herzlich. Viele haben sich ein bisschen nach mir erkudigt. Aber dann wurde ich ziemlich allein gelassen, meine Sitznachbarinnen haben nicht mit mir geredet und in der Fika Pause hab ich mich dann auch nur mit nem deutschen Studenten auf Englisch unterhalten (er meint vllcht wolle sich ja jemand in das Gesräch einklinken). Hahaha.
War etwas deprimierend. Aber der Chor ist super, sie singen nur a capella und sind auch relativ rasch beim vom Blatt Singen. Im November fahren sie zu einem Chorfestival nach Polen. Leider genau an dem Wochenende an dem ich hier sein muss, wiel Marcus und Maria ein freies Wochenende in Madrid haben. Dumm gelaufen. Ich wurde auch am nächsten Tag beruhigt, von Alina, die schon seit April hier ist und auch von Maria, dass das Verhalten für Schweden normal sei und die einfach ein bisschen Zeit brauchen. Und dass auch sie es als aufwendiger empfinden Englisch zu sprechen.
Obwohl sie hier ganz anders mit der Sprache aufwachsen als in Deutschland. Zum Beispiel werden die Filme nicht synchronisiert und auch teilweise die Kinderserien nicht, sondern alles ist auf Englisch mit schwedischen Untertiteln.
Man kommt hier in den Laden rein, ein älterer Mann steht am Tresen, dem ich in Deutschland nie zutrauen würde Englisch zu sprechen und tadaaa, er beherrscht es besser als man selbst.
Am Montag habe ich noch ein Vorsingen bei einem Studentenkammerchor, ich hoffe der gefällt mir genauso gut und hat einfach bessere Zeiten. Und Mittwoch beginnt endlich Volleyball.
Und heute gehts nochmal ab nach Södermalm und heute Abend in eine Taccobar. Ihr wisst gar nicht, wie schnell das Geld hier schwindet. (Natürlich nur weil hier alles teurer ist ;)
Und morgen gibt es ein großes Au pair Treffen. Ein Picknick. Aber nur wenn das Wetter gut ist :D
So, jetzt geh ich nochmal raus, das Wetter genießen. Vllcht mit einem Buch, das gestern im Paket von meiner Famile ankam. Das war ein schönes Gefühl und die Post hat auch nur drei Tage gebraucht. Unfassbar.
Christine hat mit nem anderen Versand geschickt und hat es erst nach zwei Wochen bekommen.
Also dann, bis zum nächsten Mal!
Kram,
Sinja

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